Hausboottour auf dem Canal du Nivernais
Tel.: +4923645088990 (oder +491722854126)
E-Mail: info@nautic-tours.de

Reisebericht 'Einwegfahrt Nivernais'

Mit dem Hausboot von Decize nach Tannay

Reisebericht: unserer Einwegfahrt im Nivernais von Decize nach Tannay - Ostern 2022 mit dem Boot Royal Mystique

Landschaftlich reizvoll führt der Canal du Nivernais von Decize nach Tannay durch die Wälder von Morvan.
Beeindrucken ist auf dieser Route die Dichte der Schleusen. Auf 99 km gilt es insgesamt 70 Schleusen zu passieren, eine davon, die Schleuse in Decize, ist automatisch. Alle anderen Schleusen werden von Schleusenwärtern manuell bedient. Allein die Schleusentreppe von Sardy weist auf 3,5 km 16 Schleusen auf und überbrückt hier einen Höhenunterschied von 40 Metern.
Doch auch das Durchfahren der 3 Tunnel von Collancelle oder der direkt am Kanal liegende See von Baye sind außergewöhnliche Erlebnisse auf dieser Hausboot-Route.

Wer Städte und Besichtigungsmöglichkeiten sucht, ist auf dieser Strecke falsch, hier kommen Naturliebhaber ganz auf ihre Kosten.

Hausboot - auch führerscheinfrei - im Nivernais anfragen oder online buchen!

1. Tag (Sonntag):

Ankunft in Decize

Nach unserer Ankunft an der Hausboot-Basis in Decize gegen 15.00 Uhr erledigten wir die Formalitäten und checkten das Hausboot ein. Im Büro gab es außerdem die Schiffspapiere und einen Gewässerführer für unser Hausboot sowie einige Informationen zur Strecke und zu den Schleusen. Danach erfolgte die Einweisungsfahrt im Hafen von Decize.

Unterwegs waren wir auf unserer Hausboot-Tour mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern (15 und 12 Jahre) auf einer Royal Mystique. Das Hausboot bot viel Platz an und unter Deck sowie gute Staumöglichkeiten. So konnten wir unsere Taschen ausräumen und sahen uns danach Decize an.

Der Weg vom Hafen zur Stadt führte am Hafenrestaurant vorbei. In der Capitainerie reservierten wir einen Tisch für das Abendessen dort.

Weiter ging es über eine Loire-Brücke, denn auf dem Weg vom Hafen Decize auf den Canal du Nivernais quert man auch die Loire. Decize verfügt noch über Reste der alten Stadtmauer, zwei Türme und ein Stadttor.

Nachdem wir uns die Stadt angesehen hatten, machten wir es uns bei herrlich sommerlichen Temperaturen an Deck bequem, bevor wir gegen 19.30 Uhr zum Essen aufbrachen.

Decize an der Loire

2. Tag (Montag):

Bootstour von Decize nach Cercy-la-Tour (6 Schleusen)

Morgens kauften wir erst einmal ein und frühstückten in Ruhe.

Dann fuhren wir endlich los. Wir verließen den Hafen Decize durch die einzige automatische Schleuse auf unserer Strecke und querten die Loire.
Die in der Karte verzeichnete Betonnung war, da es noch sehr früh im Jahr war, noch nicht ausgebracht und so mussten wir etwas vorausschauend fahren, bis wir bei St.-Léger-des-Vignes den Canal du Nivernais erreicht hatten.
Ab jetzt waren alle folgenden Schleusen handbetrieben und wurden von Schleusenwärtern bedient.
Von nun an folgten wir dem Canal du Nivernais bis Cercy-la-Tour, wo wir einen Liegeplatz an einem der beiden Stege direkt im Ort fanden.
Weitere Liegeplätze gab es auch direkt hinter Schleuse 30, kurz vor dem Ort, am Kai.

Cercy-la-Tour - Blick auf den Canal du Nivernais

3. Tag (Dienstag):

Bootstour von Cercy-la-Tour nach Pont (14 Schleusen)

Schon am Vortag hatte die Schleusenwärterin uns gefragt, wann wir weiterfahren wollten, und so passierten wir die Schleuse von Cercy-la-Tour um 09.00 Uhr.

Der nun folgende Kanalabschnitt wurde von einigen Schlössern gesäumt, die vom Boot aus zu sehen waren. Cremefarbene Charolais-Rinder standen auf den Weiden und wir genossen die Bootsfahrt bei herrlichem Sonnenschein.

Kurz vor Schleuse 24 (Anizy) legten wir an und machten eine Mittagspause mit Baguette, Käse, Pasteten und Salat.

Um 13.00 Uhr fuhren wir weiter durch die Schleuse von Anizy. Beginnend beim Örtchen Bernay begann der vorher recht gerade verlaufende Kanal, sich zu winden. In zahlreichen Kurven fuhren wir bis Pont und machten kurz vor der Ansammlung von Häusern am Ufer fest.

Abends grillten wir an Bord, in Mitten der Natur.

Schleusen - mit dem Hausboot auf den Canal du Nivernais

4. Tag (Mittwoch):

Bootstour von Pont über Châtillon-en-Bazois nach Baye (12 Schleusen, davon 3 Doppel-/Dreifachschleusen)

Morgens um 10.00 Uhr fuhren wir weiter. Nach etwa einer Stunde hatten wir Châtillon-en-Bazois erreicht. Wir sahen uns den Ort an, kauften in dem kleinen Tante-Emma-Laden ein wenig ein, ließen uns in der Patisserie von den süßen Köstlichkeiten verführen und machten Mittagspause, um diese zu probieren.

Nach der Mittagspause ging es weiter. Die Schleusen 9-10 (Mont-et-Marré), 7-8 (Chavance) und 4-5-6 (Chavance), waren Doppelschleusen, danach passierten wir Bazolles und legten an der Kaimauer in Baye für die Nacht an. Herrlich, denn auf der einen Seite des Bootes hatten wir Kanalwasser, auf der anderen Seite, hinter dem Kai, das Wasser des Sees Étang de Baye, auf dem im Sommer auch Wassersportmöglichkeiten wie segeln und Kanu fahren angeboten werden.

Bei einem Rundgang durch den Ort reservierten wir uns einen Tisch für den Abend. Das Schloss im Ort kann leider nur in den Sommermonaten besichtigt werden.

Der Ort 'Baye' - am Canal du Nivernais

5. Tag (Donnerstag):

Bootstour von Baye durch die Tunnel von La Collancelle bis zur Schleusentreppe von Sardy (3 Tunnel, 6 Schleusen)

Wir hatten die Tunneldurchfahrt für 10.00 Uhr angemeldet. Diese Durchfahrt wird von den Schleusenwärtern per Ampel freigegeben, da die Tunnel nur im Einbahnsystem befahren werden können.

Pünktlich um 10.00 Uhr sprang die Ampel vor den Tunneln auf grün und wir durften einfahren. Zuerst fuhren wir mit dem Boot durch den mit 758 m längsten der drei Tunnel, La Collancelle, dann folgte nach einem kurzen Kanalstück der Tunnel Mouas mit 268 m und nach einem weiteren Kanalabschnitt der dritte Tunnel des Breuilles mit 212 m.

Das folgende Stück Kanal führte wie durch eine bewachsene Schlucht. Wasser plätscherte von den Steinmauern und wir sahen einen Eisvogel. Plötzlich weitete sich der Kanal bei Port Brûlé und wir hatten schon die erste Schleuse der Schleusentreppe von Sardy erreich, wo wir von zwei netten Schleusenwärtern durch die nächsten sechs Schleusen abwärtsgeschleust wurden.

Wir beschlossen, den restlichen Tag und die Nacht am Liegeplatz zwischen Schleuse 6 und 7 liegen zu bleiben und die Landschaft zu erkunden.
Mit dem Fahrrad und zu Fuß ging es an der Schleusentreppe entlang. Direkt neben unserem Liegeplatz murmelte ein Bach und auf der Wiese standen Tisch und Bänke am Ufer unter blühenden Obstbäumen. So verbrachten wir den Nachmittag und Abend ganz gemütlich.

Bootstour: Mit dem Hausboot durch den Tunnel 'La Collancelle'

6. Tag (Freitag):

Bootour von der Schleusentreppe von Sardy nach Chitry-les-Mines (21 Schleusen, davon 1 Doppelschleuse)

Um 10.00 Uhr begannen wir damit, die restlichen Schleusen der Schlesuentreppe zu passieren. Da heute nur ein Schleusenwärter da war, freute dieser sich über unsere Hilfe. Von Schleuse zu Schleuse fuhr einer von uns mit dem Fahrrad mit, um die Schleusentore auf- und nach Einfahrt des Bootes wieder zuzukurbeln, während die anderen auf dem Hausboot mitfuhren. Das Ende der Schleusentreppe erreichten wir pünktlich zur Mittagspause der Schleusenwärter.

Wir legten in Sardy an und gegen 13.30 Uhr ging es von dort aus vorbei an Corbigny und weiter nach Chitry-les-Mines. Der kleine Hafen verfügte vorne über einen Werkstattbereich, im Hafenbecken lag man jedoch ruhig. In der angrenzenden Snackbar aßen wir zu Abend, nicht ohne zuvor beim Hafenmeiser frisches Brot für den nächsten Morgen bestellt zu haben.

Doch vor dem Abendessen bummelten wir noch an der Yonne entlang zum Ort. Dort entdeckten wir ein Schild zu einem Bauernhof, wo es frische Eier, Ziegen- und Kuhmilchkäse aus eigener Herstellung sowie Rillettes und Terrinen zu

Bummel durch den Ort 'Chitry-les-Mines'

7. Tag (Samstag):

Bootstour von Chitry-les-Mines nach Tannay (9 Schleusen)

Heute galt es, neben den Schleusen auch einige Hebebrücken zu durchfahren. Gegen 10.00 Uhr legten wir in Chitry-les-Mines ab und folgten dem Kanal nach Monceaux-le-Comte, wo wir unsere Mittagspause verbrachten. Gegen 13.00 Uhr passierten wir die restlichen Schleusen und erreichten gegen 15.30 Uhr Tannay.
Der Hafen von Tannay liegt etwas außerhalb des Ortes. Da wir am nächsten Tag das einzige Schiff für den Check-out waren, freute sich der Stationsleiter, diesen schon heute erledigen zu können.

Typisch für eine Bootstour auf dem Canal du Nivernais: Schleusen!

8. Tag (Sonntag):

Tannay

Nach der Ostereiersuche und einem ruhigen Frühstück besuchten wir noch den Markt in Tannay, wo wir letzte Einkäufe erledigten (unter anderem leckere Macarons in allen Sorten, Käse, Obst und Wein), bevor es dann wieder nach Hause ging.

Hebebrücke bei Tannay

Die ganze Route auf dem Karten Ausschnitt:

Mit dem Boot 'Royal Mystique' aus der Flotte Le Boat von Decize nach Tannay

Karte mit der Routen auf dem Canal du Nivernais von Decize nach Tannay

Die Schleusentreppe von Sardy

In Mitten der Waldlandschaft von Morvan liegt die Schleusentreppe von Sardy.

Die 16 Schleusen auf einer Strecke von 3,5 km liegen landschaftlich eingebettet in den Wald. An jeder Schleuse steht noch ein Schleusenwärterhaus. Einige dieser Häuser werden von Künstlern (Bildhauer, Töpfer) bewohnt, in einem Hippiehaus werden Crêpes serviert, das Haus an Schleuse 16 ist eine Touristinformation, wo auch Fahrräder verliehen werden.

Liegemöglichkeiten gibt es am Anfang und am Ende der Schleusentreppe. Innerhalb der Schleusentreppe darf man nur zwischen Schleuse 6 und 7 sowie 11 und 12 anlegen.

Schleusen bei Sardy - Canal du Nivernais

Die Schleusen auf dem Canal du Nivernais sind manuelle Schleusen, die von Schleusenwärtern bedient werden. Häufig bedient ein Schleusenwärter mehrere Schleusen hintereinander und fahrt mit dem Auto von Schleuse zu Schleuse mit.

Geöffnet sind die Schleusen von 09.00 Uhr bis 12.00 Uhr und von 13.00 Uhr bis 19.00 Uhr.

Über Mithilfe beim Öffnen und Schließen der Schleusentore freuen die Schleusenwärter sich.

Schleusen 55 - von der Loire zum Canal du Nivernais - Schild am Schleusenwärterhaus